Wer bei dieser Überschrift an die unsägliche Alice Schwarzer und ihre unsägliche PorNO-Kampagne denkt, der wird maßlos enttäuscht werden. Es gibt nämlich, wie das Beispiel Erika Lust zeigt, durchaus nicht nur lustfeindliche Strömungen des Feminismus. Die studierte Politikwissenschaftlerin (Schwerpunkt Soziologie und Feminismus) betreibt eine kleine, aber erfolgreiche Porno-Produktionsfirma. Ihr Kurzfilm "The Good Girl" (Creative Commons! Free download!) erregte internationales Aufsehen bei der Fachpresse und Filmfestivals, und zeigt wie moderne Pornographie aussehen kann. Und deutlich gefallen hat er mir auch. Eine ausführliche Plot-Beschreibung gibt's bei .txt. Ist das jetzt ein "Frauenporno"? Ich weiß ja nicht, ob ich jetzt der typische Vertreter der Gattung Mann bin, aber mir gehen die üblichen Fake-Blondinen mit Fake-Titten und Fake-Orgasmen in den Standard-Pornos, die nicht vorhandene Erotik, das grauenhafte Schauspiel und die fehlende Dramatik in den Mainstream-Pornos schon gehörig auf die Nerven. Ich möchte gerne sehen, wie es zwischen zwei Menschen knistert und prickelt und erotische Spannung sich entwickelt; ich sehe lieber das Leuchten in den Augen nach einem guten Fick als Sperma im Gesicht. Wenn's nach mir geht, darf's ruhig mehr Porno nach dem Vorbild von Erika Lust geben.